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Kambodscha und Vietnam mit Kindern

Wir sind dann mal weg… Morgen starten wir auf unsere Tour durch Kambodscha und Vietnam. Wir werden endlich die Tempel von Angkor sehen, in Phnom Penh mit einem Local die Stadt erkunden und dann auf dem Landweg weiter nach Vietnam reisen. Dort geht es von Saigon ganz in den Norden des Landes, von wo aus wir uns langsam wieder Richtung Süden bewegen werden. Doch wir werden diesmal nicht nur einfach reisen. Der ganze Trip steht unter einer Frage: Nachhaltig reisen – ist das möglich?

Bettelnde Kinder, rücksichtslose Touristenmassen, ein enormes Gefälle zwischen Arm und Reich. Fernreisen in Entwicklungs- und Schwellenländer werfen unweigerlich Fragen auf. Sollte man hier als Tourist überhaupt hin reisen? Und wie verhält man sich vor Ort? Kann man zu einer nachhaltigen Entwicklung der Region beitragen? Welche Verantwortung trägt man als Besucher? Und – gerade wenn man mit Kindern reist – welches Bild und welche Werte vermittle ich meinen Kindern? Welche Eindrücke und Erkenntnisse nehmen sie von so einer Tour mit?

Mit all diesen Fragen werden wir uns auf der Reise auseinandersetzten. Wir werden mit Einheimischen und Mitarbeitern von NGOs sprechen, mit Hotelmanagern und Touranbietern. Und wie werden uns verschiedene Projekte selbst vor Ort ansehen.

Hier könnt ihr uns live auf die Reise folgen und einen Blick ins Reisetagebuch und auf ein paar erste Instagrams werfen:

One Night in Bangkok

Wir sind in Bangkok angekommen und ich liebe die Reise jetzt schon. Diese Farben und Gerüche, das Gewusel auf den Strassen und die unglaublich freundlichen Menschen überall. Aber ich bin ja eh ganz großer Asien-Fan.

Die Anreise hätte besser nicht sein können. Langstrecken mit Kindern zu fliegen, kann ja manchmal in ziemlich viel Arbeit ausarten. Zu heiß, zu kalt, zu langweilig, zu müde, zu wach… Nicht so auf dieser Reise. Unser Flug ging um 16 Uhr nachmittags deutscher Zeit von Frankfurt aus und die Kids waren erstmal vollauf damit beschäftigt, das Entertainment-System der Premium Economy von Condor in aller Ruhe auszutesten. Mit eigenen Monitor, und jeder Menge Spielfilmen, Musik und Fernsehserien on demand, kann man locker die gesamten elf Flugstunden füllen. Irgendwann übermannte sie dann trotzdem die Müdigkeit und so kamen wir auf einige Stunden Schlaf, bis die Borddurchsage die Landung in Bangkok ankündigte.

Richtung Asien ist bei Übernachtflügen auch der Jetlag relativ unproblematisch. Zwar wird man nach altem Zeitgefühl ein bisschen sehr früh geweckt (in unserem Fall war es 3 Uhr nachts), aber nach einem Frühstück fühlt es sich tatsächlich wie morgens an – was es in Bangkok mit den 6 Stunden Zeitunterschied dann ja tatsächlich auch ist.

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So entspannt der Flug auch war, trotzdem sind nach der recht langen Anreise alle etwas platt. Als umso genialer erwies sich diesmal unser Stadthotel in Bangkok. Direkt am Ufer des Chao Phraya und gegenüber der Innenstadt Bangkoks, liegt das Anantara Bangkok Riverside. Mit seinen üppig grünen Gartenanlagen und dem großen Pool erinnert es mehr an ein Resort, als an ein Stadthotel. Nachdem man eine Weile auf einer der Liegen vor sich hin gedöst hat, ist man eigentlich überzeugt, hinter sich einen Strand zu haben, und nicht ein Flussufer.

Trotzdem ist man mit dem kostenlosen Shuttleboot in nur wenigen Minuten am Saphan Taksin Pier, von wo aus man die Stadt perfekt zu Fuß oder per Tuk-Tuk erkunden kann. Und das ist angesichts des typischen Verkehrschaos in Bangkok wesentlich schneller als mit dem Taxi von einem der Innenstadthotels aus.

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Zusätzlich macht der Bootstranfer den Kindern wesentlich mehr Spaß als eine Taxifahrt. Genau genommen, war das das einzige Argument, mit dem wir sie zu einem kurzen Stadtausflug überreden konnten. Da wir Bangkok schon gut kennen, hatten wir keinen Besichtigungsstress, sondern konnten uns einfach ganz entspannt durch die Strassen treiben lassen. Genau so, erkunde ich eine Stadt eigentlich eh am liebsten.

Am späten Nachmittag dann fuhren zurück in unsere grüne Gartenoase und gaben den Kids eine zweite Poolrunde. Das Highlight des Tages aber wartete am Abend. Ich habe in meinem Leben schon einige tolle Hotelrestaurants und -büffets gesehen, aber das hier war einfach perfekt. Unglaublich entspannt sitzt man auf der großen Gartenterrasse des Anantara und genießt über den nächtlich schwarzen Chayo Praya einen unglaublich schönen Ausblick auf die funkelnde und glitzernde Skyline Bangkoks. Das Büffet ist kein normales Büffet, sondern eine schier endlose Auswahl von Livecooking-Stationen.
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Thailändische, indische und chinesische Spezialitäten reihen sich aneinander, eine unglaubliche Auswahl aller möglichen asiatischen Gerichte von Curry bis Sushi. Seafood, Fleisch und Fisch werden frisch auf dem Holzkohlengrill zubereitet. Für die Kinder und Liebhaber der italienischen Küche gibt es eine Pasta-Station mit einer riesigen Auswahl an Nudelgerichten, die ebenfalls ganz nach Wunsch frisch zubereitet werden. Als riesiger Fan der verschiedenen asiatischen Küchen, wusste ich gar nicht wo ich anfangen sollte, denn jede Station bot noch köstlichere Spezialitäten als die nächste. Wer danach noch laufen kann und nicht nur rollen, kann sich am riesigen Dessert-Büffet austoben und durch eine riesige Auswahl von Europa bis Asien naschen. Das ganze in sehr stilvoller und gleichzeitig relaxter Resort-Atmosphäre.image3Hätte uns nicht, nach fast 36 Stunden auf den Beinen, doch noch die Müdigkeit übermannt, ich hätte dort bis morgen sitzen und auf das sich langsam drehende Riesenrad des Asiatique am gegenüberliegenden Ufer starren können.image2So langsam wird es aber auch für mich Zeit, der Rest der Family schläft schon selig, denn morgen geht es weiter nach…

Rallye nach Siem Reap

Um 23 Uhr Bangkok-Zeit falle ich ins Bett und schlafe sofort ein. Super, kein Jetlag – ist noch der letzte Gedanke, der mir durch den Kopf schießt. Als ich das nächste Mal aufwache, bin ich komplett fit. Einzig ein Blick auf die Uhr hindert mich am Aufstehen. Es ist 3 Uhr nachts. Der Rest der Familie schnarcht selig. Also lege ich mich auch wieder hin und warte. Es wird 4 Uhr, 5 Uhr, von Schlaf immer noch keine Rede. Als ich nachrechne, wird mir klar warum. Zu Hause ist es jetzt zwischen 21 und 24 Uhr. Meine Haupt-Nachteulen-Zeit, zu der ich normalerweise immer arbeite. Ich will niemand wecken. Also bleibe ich liegen und warte auf den Morgen.

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Das nächste was ich höre sind die Kinder. Ah, ich bin also doch noch mal eingeschlafen. So ein Segen. Jetzt können wir endlich zum Frühstück gehen. Langsam gleitet mein Blick zur Uhr – und innerhalb des Bruchteils einer Sekunde sitze ich senkrecht im Bett. “Wir haben verschlafen, aber sowas von”, ist der Schrei, der auch meinen Mann weckt. Es ist kurz nach 12 Uhr mittags. Vor einer Stunde wollten wir im Taxi Richtung Flughafen sitzen.

Was dann folgt ist ein verrücktes Rennen. Niemals in meinem Leben zuvor habe ich so schnell zwei Kinder angezogen, sämtlichen rumfliegenden Krempel eingepackt und aus einem Hotel ausgecheckt. Nur 15 Minuten später sitzen wir im Taxi, natürlich ohne Frühstück. “Your flight is in one hour thirty”, fragt der Taxifahrer. Und dann: “For 500 Baht extra I can do this!” Na dann, mach. Wer schon mal in Bangkok war weiß, dass Zeitspannen von einer Stunde in diesem Verkehr fast nichts sind. Wenn man Pech hat ist man in dieser Zeit nur wenige Meter weit gekommen. Aber der Bursche gibt alles. Mit 120 kmh jagen wir über Abkürzungen, Randstreifen und leerere Mautautobahnen. Am Flughafen selbst setzte ich mein freundlichstes Lächeln auf und nutze den Ausländerbonus. Beständig unser Ticket schwenkend drücken wir uns an den Schlangen von Check-In, Pass- und Sicherheitskontrolle vorbei. Tatsächlich erreichen wir das Gate 10 Minuten vor dem Boarding. Es bleibt sogar noch Zeit, um endlich etwas zu essen und zu trinken zu kaufen. Ein ganz dickes Lob an der Stelle an die Kids. Sie haben den ganzen Wahnsinn ohne jedes Murren und sogar sehr hilfreich mitgemacht. Sollte eines Tages, wenn sie erwachsen sindm jemand fragen warum sie zum Urlaub eigentlich nur in den Westerwald fahren, werden sie vermutlich zu einer Anekdote ausholen. “Weißt Du, meine Eltern mich damals immer bei 36 Grad und in komplett verrückten Aktionen durch xyz geschleift…”, so ähnlich wahrscheinlich.

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Wenig später, das Flugzeug erreicht auf der kurzen Strecke kaum die Reiseflughöhe bevor es wieder in den Sinkflug geht, landen wir in Siem Reap. Und bisher bin ich mir relativ sicher, dass das das Land ist, in dem ich eines Tages mal leben will. Selten habe ich mich vom ersten Augenblick an so wohl gefühlt. Siem Reap selbst erinnert mich ein bisschen an Thailand in den 90ern. Aber alles andere fühlt sich ganz anders an. Das liegt vor allem an den Menschen, die einem so unglaublich freundlich begegnen.

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Wahrscheinlich ist aber in aller erster Linie auch die unglaublich stilvolle und herzliche Selbstverständlichkeit in unserem Hotel dafür verantwortlich. Von der Begrüßung bis zum Innendesign – besser könnte ein Boutiquehotel nicht sein. “Welcome to my baby”, begrüßt uns Christian de Boer, der Manager des Shinta Mani. Und man merkt ihm und dem Haus an, dass das völlig ernst gemeint hat. Der international erfahrene Hotelmanager, der vorher in einigen der berühmtesten Häuser Südostasiens gearbeitet hat, hat diesem Boutiquehotel eine ganz persönliche Note gegeben. Als Gast fühlt man sich sofort angekommen und das Ambiente ist einfach umwerfend. Das gesamte Personal ist extrem zuvorkommend und aufmerksam. “Meinst Du, sie denken noch an das Extrabed …”, will mein Mann fragen, als wir am Abend das Haus verlassen. Zu Ende bringen kann er den Satz nicht, denn just in diesem Augenblick erscheint ein Mitarbeiter neben uns und fragt nach, ob es jetzt Recht sei, das zusätzliche Bett aufzubauen, während wir außer Haus sind.

Als wir aus der Stadt zurück kommen, werden wir mit dem Satz “Welcome home!” begrüßt. Und genau so fühlt es sich nach den wenigen Stunden in diesem Hotel, in dieser Stadt, in diesem Land auch schon an.image11Jetzt gehe ich meinen Wecker stellen, denn morgen wollen wir wirklich pünktlich raus.Aufunswarten …

Die Tempel von Angkor Wat

Seit Anfang der 90er Jahre die ersten Freunde und Bekannten mit ihren Geschichten und Schilderungen aus Angkor Wat zurückkamen, wollte ich sehnlichst dorthin.

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Nun war ich endlich da. Und habe eine ganze Weile gebraucht, meinen Frieden mit den Tempeln zu machen. Am Ende bin ich ein bisschen glücklich und ein bisschen traurig abgereist. Und mit dem festen Vorsatz, bald wiederzukommen.

Die Tage rund um Siem Reap waren einerseits faszinierend und andererseits sehr ernüchternd. Ich wusste, dass die Anlagen mittlerweile von großen Touristenmassen überrannt werden. Kamen Anfang der 90er Jahre noch ein paar Tausend Touristen pro Jahr nach Angkor, sind es mittlererweile über zwei Millionen.

Was mir aber nicht klar war ist, dass es sich dabei mehrheitlich um asiatische, vor allem chinesische, Touristen handelt. Und diese haben eine völlig andere Art, so einen Ort zu erleben. Ersteinmal kommen sie in großen Busladungen und bleiben auch in den Tempelanlagen im Pulk, immer ihrem Guide hinterher. Weiter scheinen sie für die spirituelle Ausstrahlug der Tempel nicht empfänglich zu sein. Wo der europäische Tourist gerne mal inne hält und die Stimmung auf sich wirken lässt, geht es hier unter großem Geschrei eher um den perfekten Schnappschuss. Immer wieder beobachtete ich in den Tagen fast schon ungläubig, wie völlig enstpannt Absperrungen überstiegen und Parkwächter ignoriert wurden. Die ganze Reisegruppe erklamm nacheinander die tausende Jahre alten Tempelwände, die unter der Belastung zusätzlich vom Einsturz bedroht sind. Oben auf den historischen Steinen oder auch im Wurzelwerk der alten Urwaldriesen angkommen, wird dan unter lauten Zurufen gepost und fotogafiert was das Zeug hält, alles gerne unter lautstarker Beschallung chinesischer Musik aus dem Ghettoblaster oder Handylautsprecher.

Etwas enttäuscht von den vorangegangen Tagen und immer noch auf der Suche nach dem Angkor Wat Feeling, wollte ich es am letzten Abend in Siem Reap noch einmal probieren und bin alleine zum Sonnenuntergang in den Park gefahren. Bei 36 Grad bin ich auf den entsprechenden Hügel geklettert. Oben angekommen habe ich gleich wieder umgedreht.Der Blick war tatsächlichfantastisch. Weniger fantastisch waren die schiebenden und schreienden Massen asiatischer Touristen beim Selfie-Schießen, inkl. chinesischer Volksmusik und lautstarken Disputen mit den Parkwächtern, die versuchten die Leute von den abgesperrten, einsturzgefährdeten Mauern wieder herunter zu bekommen. Ich habe den Sonnenuntergang nicht mehr abgewartet sondern bin wieder runtergewandert – und habe meinen Tuk-Tuk-Fahrer stattdessen überredet, mich zum inzwischen geschlossenen Bayon zu fahren.

Und da hatte ich dann tatsächlich meinen ganz persönlichen Angkor-Moment. Mutterseelenallein mit den lächelnden Gesichtern, der Tempelruine in der Abendsonne und kompletter Stille, abgesehen von den Vogel-, Affen- und Zikaden-Lauten aus dem Dschungel. Ganz oben auf dem Tempel hab ich gesessen, mit einem breiten Grinsen im Gesicht, bis es stockdunkel wurde und mich dann langsam wieder heruntergetastet.Sosoll Angkorsein.

Es gibt diese Momente noch. Aber sie sind selten geworden. Und wenn nicht bald etwas passiert, dann ist in weiteren 20 Jahren nichts mehr davon da.
Für mich steht fest, dass ich trotzdem bald noch einmal nach Siem Reap fahren werde. Denn man kann es noch finden, das Angkor-Feeling, man muss nur wissen wo und wann man sucht. Einen ausführlichen Angkor Wat Guide gibt es daher demnächst hier im Blog. Bis dahin erstmal ein paar Fotos und Eindrücke:

Shinta Mani Foundation

An unserem dritten Tag in Siem Reap waren wir mit der Shinta Mani Foundation unterwegs und haben uns ihre Dorf-, Ausbildungs- und Landwirtschaftsprojekte zeigen lassen. Mit ganz viel persönlichem Engagement und der Unterstützung der Hotelgäste schafft es diese kleine NGO wirklich, die Lebensumstände vieler Menschen nachhaltig zu verbessern.

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Entstanden ist die Shinta Mani Foundation aus einem Ausbildungsprojekt für Hotelkräfte. Im Jahr 2004 stellte der kambodschanisch-thailändische Besitzer des Shinta Mani Club & Resorts einen Mangel an gut ausgebildeten Hotelfachkräften in Siem Reap fest. Kurzerhand startete er ein entsprechendes Ausbildungsprojekt. Schnell kam so ein intensiver Kontakt zu den Menschen und ihren Familien zustande und es wurde klar, dass hier weitreichende Hilfe benötigt wird.

Siem Reap und die Tempel von Angkor werden heute von über 1 Million Touristen pro Jahr besucht. Diese geben alleine für den Eintritt zu den Tempelanlagen zwischen 20 und 40 US $ pro Kopf aus. Gleichzeitig lebt die Landbevölkerung ausserhalb Siem Reaps in bitterer Armut. Kambodscha gehört nach wie vor zu den ärmsten Ländern der Welt. Die meisten Kambodschaner sind Reisbauern, die mangels Bewässerungsmöglichkeiten nur einmal pro Jahr, während der Regenzeit, ernten und pflanzen können. Einnahmen, wie die in Angkor erzielten, fließen in private Taschen. In Phnom Penh, aber auch auf dem Land, ist die Dichte der Range Rover, Hummer und sonstiger Luxus-SUVs gefühlt wesentlich höher als in München.

Dies ist jedoch nicht die Lebensrealität der Mehrheit der Bevölkerung. Diese lebt überwiegend in einfachsten Hütten aus Holz, Wellblech oder Palmwedeln. Viele Männer verlassen das Land, um sich in den wohlhabenderen Nachbarländern als Tagelöhner zu verdingen.

Zurück bleiben die Frauen und Kinder. In kleinen staubigen Dörfern am Strassenrand, ohne Zugang zu bezahlbarer Schulbildung oder auch nur trinkbarem Wasser.

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Hier greift die Arbeit der Shinta Mani Foundation. In den letzten Jahren hat sie sehr ernsthafte Entwicklungsprojekte gestartet. Diverse Mitarbeiter kümmern sich eigens um das als NGO anerkannte Projekt. Gefördert wird der Bau von Brunnen, die Unterstützung ganzer Dörfer, Minikredite, die den Aufbau einer Selbständigkeit ermöglichen, Gesundheitsvorsorge und die Schulausbildung der Kinder.

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Wir waren so überzeugt von der Arbeit, dass auch wir gespendet haben. Demnächst wird von dem Geld eine Familie einen eigenen Brunnen erhalten. Am wichtigsten aber ist, dass jede Übernachtung im Shinta Mani der Foundation zu Gute kommt. Und da das sehr persönliche und stilvolle Boutiquehotel in meinen Augen die schönste Unterkunft in Siem Reap ist, möchte ich es allen, die einen Angkor-Besuch planen, wärmstens empfehlen.

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Auch wenn soziales Engagement in Kambodscha für viele westliche Unternehmen inzwischen zum guten Ton gehört, unterscheidet sich die Shinta Mani Foundation sehr drastisch von den üblichen Sustainability-Projekten der großen Tourismusunternehmen. Geleitet und umgesetzt wird die Arbeit von Kambodschanern aus der Region. Diese haben einen ganz persönlichen Blickwinkel auf das Projekt. Viele von ihnen sind unter genau den Umständen groß geworden, die sie heute zu verbessern versuchen. Sie kennen die Menschen, die Dörfer und ihre Bedürfnisse persönlich. Und können so am besten beurteilen, wo welche Hilfe benötigt wird und zu einem tatsächlich nachhaltigen Ergebnis führt.

People of Cambodia

Kambodscha hat mich zutiefst beeindruckt und ich möchte dieses Land so bald wie möglich noch einmal ausführlich kennen lernen. Zu den Gründen gibt es nach unserer Rückkehr bestimmt noch ein paar ausführliche Artikel hier im Blog. Im Wesentlichen aber liegt diese Begeisterung sicher an den Menschen des Landes. Obwohl viele von ihnen unter widrigsten Lebensumständen leben, habe ich sie als ein unglaublich freundliches, herzliches Volk und das Land als unglaublich freundlich, faszinierend und farbig kennengelernt.

Meine Begeisterung für das Land und die überragende Gastfreundschaft der Khmer waren vielleicht auch ein Grund, warum ich mit Vietnam einen etwas holprigen Start hatte.

Kulturschock Vietnam

Viele Reisende, die aus Thailand, Kambodscha oder dem beschaulichen Laos nach Vietnam einreisen, trifft es erstmal wie ein Schlag. Nur wusste ich das anfangs nicht. Eigentlich lese ich vor Reisen absichtlich wenig subjektive Reiseberichte über das Land. Ich möchte unvoreingenommen sein und nicht schon an der Grenze Vorurteile im Gepäck haben. Nach einigen Tagen in Vietnam konnte ich es aber nicht lassen, nach eben diesen Reiseberichten zu googeln. Ich fragte mich ernsthaft, ob mit meiner Wahrnehmung etwas nicht stimmt oder ab andere Vietnam-Reisende ein ähnliches Gefühl hatten.

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Mein erster Eindruck von Vietnam war: bunt. Nicht bunt im Sinne von Vielfalt, sondern bunte Neonreklamen, schrille Beleuchtung, Bling-Bling und Kommerz. Hektisches Chaos, leicht gestresste Betriebsamkeit und über allem die ewig wehende rote Fahne mit dem gelben Stern oder Hammer und Sichel.

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Am meisten aber verblüffte mich, und mittlerweile weiß ich, dass es den meisten Vietnam-Besuchern so geht, die gefühlte Schroffheit der Menschen. Wer aus einem anderen südostasiatischen Land kommt ist an das gleichbleibende und kontinuierliche Lächeln der Menschen gewöhnt. Man lächelt zurück, und schon ist eine Tür geöffnet. Und selbst wenn das Lächeln nicht immer von Herzen kommt, wer hätte schon Lust 24 Stunden am Tag Touristen anzugrinsen, dann bleibt dort die kulturell tief verankerte Gastfreundschaft und das Bedürfnis, dem Besucher zuvorkommend und äußerst freundlich zu begegnen.

Der erste Eindruck von Vietnam ist anders. Die Menschen sind reserviert, hektisch betriebsam und manchmal auch richtiggehend unfreundlich. Wenn überhaupt, tauen sie erst nach einem längeren persönliche Kontakt auf. Das ist zunächst gewöhnungsbedürftig. Stellt man sich aber erst einmal darauf ein, kann auch Vietnam zu einem ganz besonderen Reiseerlebnis werden. Mittlerweile, nach einigen Tagen im Land und inzwischen in Hanoi angekommen, dessen Menschen im Vergleich zum Süden als besonders distanziert gelten, was ich aber wiederum merkwürdiger Weise genau gegenteilig empfinde, habe ich mich arrangiert und merke, dass auch die persönliche Herangehensweise einen ganz wesentlichen Einfluss auf das eigene Empfinden hat.

Der erste Schritt dazu waren die Tage im Mekong-Delta und auf der Mekong Eyes. Dem Delta, seinen Menschen und den beeindruckenden Szenen, die am Schiff vorbeizogen, ist es zu verdanken, dass ich sogar der Fahne mit dem Stern einen ganz kurzen, romantischen Augenblick abgewinnen konnte.

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Unterwegs im Mekong-Delta

Zwei Tage Tage waren wir mit der Mekong Eyes im verzweigten Gewässer des Mekong, der hier die letzten Kilometer seiner langen Reise von Tibet durch 6 Länder als Neun-Drachen-Fluss antritt, bevor er sich ins Südchinesische Meer ergießt. Hier an Bord der Mekong Eyes und in der Ruhe des gleichmäßigen Stroms, fand ich ein anderes, ein ursprünglicheres Vietnam. Die Menschen leben im Rhythmus des Stroms, sie leben mit ihm und vom ihm.

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Gemächlich zieht zu beiden Seiten des Schiffes der Urwald vorbei, aus dem von Zeit zu Zeit einzelne Hütten und Ansiedlungen hervorragen. Stelzenhäuser sind ins Wasser hineingebaut. Davor baden Kinder im schlammbraunen Wasser, Frauen waschen ihre Wäsche, Fischer werfen ihre Netze aus.

Immer wieder sieht man die länglichen Sampans, kleine Holzboote, an den Seiten auftauchen, mit denen die Menschen über die verschlungenen Mangrovenkanäle, die kein größeres Schiff befahren kann, ihre Dörfer erreichen.image7Zwischendurch wird die Ruhe nur von den Motorgeräuschen der Frachtkähne und vom Knattern der Dieselmotoren kleinerer Transportboote unterbrochen. Ganze Familien leben auf diesen Schiffen, die kaum größer als eine klassische Segelyacht sind. Hoch beladen mit Obst, Gemüse und anderen Handelswaren, sind sie auf dem Weg zu den schwimmenden Märkten, auf denen die Ware umgesetzt wird. Zwischendurch kreuzen altersschwache Fähren unsere Bahn, die Fahrräder und Mofas von einem Ufer zum anderen transportieren. Brücken oder größere Strassen gibt es so gut wie nicht.image3In der Dunkelheit ankert die Mekong Eyes mitten auf dem Fluss. Auch die anderen Boote suchen sich einen Platz für die Nacht und langsam kehrt Ruhe ein. Bis lange nach Mitternacht sitzen wir an Deck und lassen die exotische Atmosphäre auf uns wirken. Tropische Hitze senkt sich wie ein feuchtes Tuch über die Szenerie, der Vollmond beleuchtet Wasser und Baumwipfel, Flughunde und Fledermäuse begeben sich auf die nächtliche Jagd und vom Ufer dringen die Laute des nächtlichen Urwalds zu uns herüber.

Hanoi – eine der schönsten Städte Asiens

Hanoi gilt für viele als eine der schönsten Städte Asiens. Zu Recht, wie ich finde. Ganz anders als das hektische und nervöse Saigon wirkt die über 1.000 Jahre alte Stadt würdevoll und erhaben.

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Auf der einen Seite die französische Kolonial-Architektur, die erstaunlicher Weise sogar den Vietnamkrieg (allein Weihnachten 1972 ließ die US-Luftwaffe über 40.000 t Sprengstoff über der Hauptstadt des kommunistischen Nordens abwerfen) relativ unbeschadet überstanden hat.

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Auf der anderen Seite die Altstadt mit ihren 36 engen Gassen, in denen das Leben brodelt, Garküchen, Werkstätten und kleine Läden sich aneinander drängen und die Strassenhändler ihre Waren anbieten. Oper und Gouverneurspalast neben Tempeln und Pagoden, pittoreske Seen und breite, baumbepflanzte Alleen.

Gerade die gelungene und harmonische Verbindung aus asiatischen und europäischen Elementen macht die Stadt so besonders ansprechend. Und dann wären da noch die Menschen, die ich als überaus offen und freundlich empfinde. In Hanoi habe ich sogar das typisch asiatische Lächeln wiedergefunden, das ich in Saigon so vermisst hatte.

Ich freue mich jetzt schon darauf, dass wir in den nächsten Tagen noch einmal hierher zurückkehren werden. Bis dahin sind wir nun aber erstmal offline, denn es geht wieder aufs Schiff – diesmal in der

Halong-Bucht

Ich sitze ganz allein an Deck der Treasure Junk, meine Füße streichen über die samtig weich polierten Holzbohlen, leise tuckert der Dieselmotor und steuerbord wie backbord gleitet eine fast surreal wirkende Landschaft vorbei. Die anderen Gäste sind in ihren Kabinen und bereiten sich auf das Abendessen vor aber ich kann mich einfach nicht losreißen. Zwischen Nebelschwaden ragen überall rundherum die bizarr geformten Felsen aus dem Wasser, mal kahl und grau, mal mit einem dichten, satten Grün überzogen.

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Der Legende nach verteidigte einst ein Drache die Menschen der Region gegen Eindringlinge. In seinem wilden Kampf gegen die anrückende Armee zerschlug er die Berge mit seinem Schwanz in tausende kleine Stücke, die später vom Meer umspült wurden als der Drache in den Fluten untertauchte. „Wo der Drache ins Meer herabsteigt“ lautet so auch eine der Übersetzungen für den Namen der Halong-Bucht. Die wissenschaftliche Erklärung fällt schnöder aus. Ich lese die Worte „Eiszeit“ und „geologisch“ und lege den Reiseführer weg. Die alte Geschichte passt besser zur verzauberten Stimmung um mich herum.

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Kalksteinfelsen bilden die knapp 2.000 Inseln in der Halong-Bucht, allesamt unbewohnt. Trotzdem leben hier ungefähr 1.500 Menschen, die meisten von ihnen auf Booten. Es ist noch nicht allzu lange her, dass sich ihr Leben in schwimmenden Dörfern abspielte. Doch die Regierung beschloss, sie an Land umzusiedeln, angeblich aus Gründen des Umweltschutzes. So kommt es, dass die heute zu besichtigenden Hütten auf den Pontons leer stehen. Die Menschen sind trotzdem zurückgekehrt. Seit Generationen lebten ihre Familien in den Lagunen und auf dem Wasser der Bucht. An Land finden sie sich nicht zurecht. Und so vertäuen sie nun eben ihre bunten Holzboote zu neuen schwimmenden Dörfern.

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Umweltschutz und die Halong-Bucht sind tatsächlich Begriffe, die man häufig in einem Atemzug hört. Es ist eher zu bezweifeln, dass die 1.500 Bewohner der Lagunen hier das Problem sind. Vielmehr zieht es inzwischen täglich enorme Touristenmassen in das gut 1.500 Quadratkilometer große Areal, sei es für einen Tagesausflug oder für ein bis zwei Übernachtungen. So hatten uns auch vor der Reise einige vom geplanten Trip abgeraten. Zu überlaufen, zu touristisch, zu verschmutzt lauteten die Argumente.

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Ich bin froh, dass wir darauf nicht gehört haben. Die zwei Tage in der Halong-Bay gehören zu den eindrucksvollsten Erlebnissen unserer Reise. Zu verdanken haben wir das der gründlichen Auswahl des Veranstalters. Hunderte große und kleine Firmen liefern sich einen harten Wettbewerb um die Touristen. Und bei vielen davon werden die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit tatsächlich weit hinter den zu erwartenden Profit gestellt.

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Nicht so bei der Treasure Junk. Statt auf den abgesegelten Wasserwegen der Haupttouristenströme mit zu schwimmen, macht sich das Schiff direkt nach dem Ablegen aus dem Hafen auf den Weg in die deutlich weniger frequentierte Bai Tu Long Bay. Das Panorama hier ist genauso atemberaubend wie in der berühmten Nachbarbucht. Dafür ist es deutlich leerer und das kristallklare Wasser lädt zum Baden und Schnorcheln ein. Mit dem Kajak kann man auch in kleinere Buchten einfahren und die beeindruckende Felswelt aus nächster Nähe betrachten. Worauf man dafür verzichten muss, ist die Besichtigung der beliebten und hoffnungslos überfüllten Höhlen in der Halong-Bucht. Das jedoch macht gar nichts. Wer hätte schon Freude daran, sich mit den Partymassen durch die Grotten zu schieben und so zur Zerstörung des UNESCO Weltnaturerbes beizutragen.

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Stattdessen lässt man sich lieber von der magischen Atmosphäre zwischen den verwunschen aus dem Dunst hervorragenden Inseln einfangen und genießt die vollkommene und meditative Stille dieses einmaligen landschaftlichen Wunders.

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Die nächsten Tage werden weniger leise – denn es geht …

Zurück nach Hanoi

Wir sind noch mal zurück in der Stadt, die es mir – neben Phnom Penh – auf dieser Reise am meisten angetan hat. Diesmal haben wir meine Traumunterkunft gefunden. Ein kleines Boutiquehotel mitten im Old Quarter. Bis spät in die Nacht sitze ich auf dem winzigen Balkon und beobachte das Leben und Treiben in den Gassen unter mir.

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Tagelang könnte ich so hier verharren. Zuvor haben wir uns stundenlang einfach durch die Straßen treiben lassen. Sogar von den Kids war kein Mucks und keine Beschwerde zu hören – zu fasziniert waren alle von den bunten und lebhaften Eindrücken. Am Abend gehört die Altstadt endlich nicht nur den Touristen, sondern vor allem auch den Hanoiern. Eng an eng drängen sich die kleinen Garküchen und Streetfoodstände.

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Fast die ganze Stadt scheint auf den Beinen zu sein und die relative Kühle des Abends zu genießen. Dampf steigt aus den Kesseln und Töpfen auf, fliegende Händler schieben sich aneinander vorbei und die Marktstände sortieren ihre Waren. Jetzt gehört die Stadt den Einheimischen, die sich hier auf den kleinen, bunten Plastikhockern niederlassen und die späte Stunde genießen.

Lange noch sitze ich einfach still da und versuche die Bilder, die Gerüche und die Eindrücke aufzusaugen. Nur schwer kann ich mich von dieser faszinierenden Stadt trennen. Aber morgen geht es weiter – nach

Zentralvietnam

Die Mitte des Landes ist relativ arm aber auch noch sehr ursprünglich. Reisfelder, Wasserbüffel und kleine Dörfer, Bilder wie aus dem Fotoband und gelebte Tradition, traumhafte Strände und beeindruckende Landschaften liegen hier dicht beieinander.

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Und dann gibt es da noch Hoi An. Ein etwas touristisches kleines Städtchen, das allerdings gerade im Dunkeln, wenn die ganze Altstadt über und über von bunten Stofflaternen und Kerzen erleuchtet ist, seinen ganz eigenen Zauber hat:

Abschied vom Paradies

Nach langen Wochen voller Spannung, Anstrengung und Ortswechsel, voller Eindrücke, Erlebnisse und Abenteuer, gönnen wir uns noch eine kurze Auszeit – im Paradies.

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Direkt gegenüber der modernen Strandstadt Nha Trang, mit ihren aufstrebenden Hochhaustürmen und dem Gewusel der werdenden Großstadt, liegt, nur eine kurze Bootfahrt entfernt, ein Ort der perfekten Ruhe. Eingebettet in dichte Urwaldvegetation, fernab jeder Strasse oder größeren Ansiedlung, hat sich das Six Senses Ninh Van Bay hier sein ganz eigenes Paradies geschaffen.

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Melancholie mischt sich hier mit purem Glück. Eine unglaublich spannende und aufregende Reise geht zu Ende. Gleichzeitig genießen wir alle die Ruhe und die Zeit, die Erlebnisse der letzten Wochen Revue passieren zu lassen.

Die Zeit rinnt uns durch die Finger, ähnlich wie der goldgelbe Sand entlang der türkisfarbenen Bucht und viel zu schnell ist der Moment des Abschieds gekommen.

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Eine großartige Reise geht zu Ende. Die besonderen Momente, Bilder und Augenblicke werden wir nie vergessen.

Und wie steht es nun mit der Nachhaltigkeit? Wir haben sehr viele interessante Gespräche geführt, zukunftsweisende Initiativen besucht und eigene Eindrücke gesammelt, aber auch viel nachdenklich oder traurig stimmendes gesehen. Einige der Projekte werden uns auch in Zukunft begleiten. Viele Erlebnissen werden noch eine ganze Zeit brauchen, bis sie überhaupt verarbeitet sind. Vor allem aber haben wir großartige Menschen kennengelernt, deren Geschichten uns noch lange begleiten werden. Doch dazu bald mehr hier im Blog

Ich danke allen, die diese unvergessliche Reise erst möglich gemacht haben: Condor, Anantara Hotels Resort & Spas, Shinta Mani, Green Tiger Travel, The White Mansion, Victoria Chau Doc, Mekong Eyes, Treasure Junk, The Nam Hai, Six Senses Ninh Van Bay



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  1. Sustainable Tourism - 5 Tipps zum nachhaltigen Reisen | Fernweh mit Kids

    […] Das Thema Sustainable Tourism wird mich auch in den nächsten Wochen weiterhin beschäftigen. In einigen Tagen mache ich mich gemeinsam mit den Kids auf den Weg nach Kambodscha und Vietnam. Wir werden mit Einheimischen und Mitarbeitern von NGOs sprechen, mit Hotelmanagern und Tourismusanbietern. Und wir werden uns verschiedene Projekte selbst vor Ort ansehen. Die Stationen, die Hotels, die Touren – alle Dienstleister und Anbieter, die wir während der Reise kennenlernen, haben sich der Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus verschrieben. Sei es durch eigene Projekte oder die Unterstützung lokaler Initiativen. Wer mag, kann uns virtuell und live auf unsere Reise folgen: Kambodscha und Vietnam mit Kindern […]

  2. eva

    hallo claudia, ich verfolge Euren trip in jedem fall ganz gespannt. wir überlegen, ob wir nicht in den sommerferien mal wieder den Rucksack schultern und ebenfalls die Gegend bereisen. leider nicht die ideale Reisezeit für Asien. … Ihr habt euch ganz schön was vorgenommen. Finde ich toll und habe höchsten Respekt davor. Für die relativ knappe Zeit und dann auch noch mit “Mission” hätte ich mich an das Reiseziel nicht herangewagt. Zu gross ist bei mir leider immer die Panik etwas zu verpassen ;-)

    • Claudia Böttcher

      Eva, Angst etwas zu verpassen, habe ich auch immer. Aber die wird noch größer, wenn ich ganz zu Hause festsitze. Klar gibt es mit Kids und Schule ein paar Einschränkungen. Insofern sage ich mir immer: Hauptsache überhaupt sehen – und wenn etwas großartig ist, dann kommt es auf die Wieder-Bereisen-Liste.
      LG, Claudia

  3. Stefanie

    Liebe Claudia, toll, dass ihr eure Reise unter diese Überschrift stellt. Die Fragen, die du stellst, bewegen ja viele Reisende. Gerade auch, wenn man mit seinen Kindern unterwegs ist und sie dann ja oft noch ganz andere Dinge bemerken und danach fragen als man selbst. Ich bin sehr gespannt auf deine Eindrücke und Berichte! Viel Spass euch, LG

    • Claudia Böttcher

      Dank Stefanie! Die Zeit, zu diesen Fragen wirklich ein Resümee zu ziehen, habe ich bestimmt erst in den einzelnen Artikeln nach der Reise. Momentan dominieren Eindrücke, Wärme, Anstrengung, Begeisterung und Spannung. Trotzdem wollte ich schon mal ein paar erste Bilder und Augenblicke teilen. Das reflektierte Fazit kommt dann wenn wir daheim sind – und nicht ein großartiger Moment den nächsten jagt.
      LG, Claudia

  4. inka

    Sehr spannend, liebe Claudia. Angkor Wat habe ich mir relativ krass vorgestellt, aber nicht so! Vielen Dank für Deine Offenheit, seit 10 Jahren wünsche ich mir, es zu sehen, aber ich denke, dieses Ziel werde ich erst einmal begraben. Die Regierung muss unbedingt entsprechende Regularien einführen, und bis das nicht geschehen ist, ist es sicher nicht notwendig, dass ich auch noch meinen Teil zu den Massen beitrage (davon abgesehen, dass ich ziemlich sicher bin, wie furchtbar ich es derzeit dort finden würde).
    Wunderbar Dein Bericht auch von der NGO, danke dafür. Er gibt Einblicke und gute Tipps für einen Besuch – das finde ich toll!
    Über Vietnam habe ich übrigens bisher ausschließlich solche Berichte wie von Dir gehört: Stressig, unfreundlich, sehr kommerzialisiert – sicher alles aus der entsprechenden Perspektive betrachtet, wenn man, wie eventuell die meisten, aus Thailand kommt. Direkt aus dem Berliner Bus dürfte der Kulturschock da nicht so groß sein. ;)
    LG

    • Claudia Böttcher

      Hallo Inka,
      vielen Dank für Deinen Kommentar! Ehrlich gesagt würde ich an Deiner Stelle eher heute als morgen nach Angkor fahren. Ich werde es auf jeden Fall baldmöglichst wieder tun. Meine Meinung ist, dass sich mit der aktuellen Regierung hier nichts verändern wird. Und sollte es tatsächlich irgendwann zu einem Regierungswechsel kommen dann stehen die Chancen leider nicht gut, dass das friedlich abläuft. Dann ist das Land eventuell erstmal gar nicht mehr zu bereisen. Man kann Angkor immer noch genießen. Man muss nur extra viel Zeit mitbringen (mehr als die üblichen 3-4 Tage) und dann die Zeiten früh morgens und am späten Nachmittag nutzen. Die Zeit dazwischen kann man auch wunderbar in Siem Reap und Umgebung verbringen. Die Gegend hat neben Angkor viel zu bieten. Beim üblichen Kurzaufenthalt fehlt dazu aber die Zeit. Und da ich nicht davon ausgehe, dass Du zum Selfie schießen über Absperrungen kletterst, würde Dein Besuch den Tempeln auch sicher nicht schaden ;) Eher hilft er ganz wesentlich den Menschen in der Region. Wenn ich wieder zurück bin, werde ich noch mal ausführliche Tipps zu Angkor jenseits der Touristenmassen schreiben.
      Was Vietnam und den Berliner Bus betrifft, hast Du sicher Recht. Und das Land ist extrem unterschiedlich, je nach Region. Momentan sind wir in Hanoi (Bericht kommt später) und ich bin völlig begeistert. Man hat fast das Gefühl, in einem ganz anderen Land zu sein. Hier habe ich übrigens auch die typische asiatische Freundlichkeit und Gastfreundschaft wiedergefunden – merkwürdiger Weise genau im Gegensatz zu den üblichen Berichten, die diese eher im Süden verorten. Vermutlich liegt es am Reisenden selbst. Wie es in den Wald hineinruft usw… Auch das Mekong-Delta (s.o.) hat mir schon extrem gut gefallen. Mit Saigon werde ich zugegeben in diesem Leben wohl nicht mehr warm.
      Hanoi dagegen trägt in meinen Augen zu Recht die Bezeichnung als “schönste Stadt Asiens”. Das Spannungsfeld zwischen altem Kolonial-Charme, breiten, baumbestandenen Aleen und der brodelnden, farbenfrohen Altstadt mit ihren engen Gassen, den Garküchen und Straßenhändlern ist unglaublich beeindruckend.
      Liebe Grüße, Claudia

  5. Anja

    Hallo Claudia,
    mich würde interessieren, was euch diese Reise gekostet hat? Wir sind selbst gerade durch Vietnam gereist und sind zur Zeit in Kambodscha mit zwei Kindern. Eine mehrtägige Fahrt auf dem Mekong kostet über 1000€ pro Person und eure Hotels sind auch eher Luxusklasse. Ich habe den Artikel gelesen und auf Tipps gehofft, aber für ganz normale Familien ist das unerschwinglich.

    • Claudia Böttcher

      Hallo Anja,

      ich weiß nicht welches Schiff ihr euch angeschaut habt? 1.000 € pro Person sind ein absurd hoher Preise für ein Mekong-Schiff. Wir selbst waren zwei Tage auf der Mekong Eyes unterwegs. Diese Fahrt kostet, inkl. aller Ausflüge, Transfers und Mahlzeiten, 219 USD pro Person (http://www.mekongeyes.com/de/touren/rund-touren-von-saigon/2-taegige-flussfahrt-im-mekong-delta). Nicht extrem billig, aber ein angemessener Preis und weit entfernt von dem von dir genannten. Außer uns waren auf der gleichen Tour noch drei weitere Familien an Bord.

      Die meisten Hotels auf unserer Route gehörten tatsächlich zu denen der gehobenen Klasse. Aber auch dort waren in den Osterferien sehr viele andere Familien vor Ort. Es kommt also ganz darauf an, was Du als „normale“ Familie definierst. Jede Familie hat andere Bedürfnisse, finanzielle Voraussetzungen und Reisevorstellungen. Manch einer reist gerne monatelang, dann mit schmalerem Budget. Andere machen kürzere Reisen, können aber mehr Geld in Unterkunft usw. investieren. So hat eben jeder andere Prioritäten. Manch einer kauft sich lieber daheim ein schönes Haus und fährt nur ab und zu in den Urlaub, andere verzichten auf das Haus und geben ihr Geld auf Reisen aus. Wieder andere haben einen hoch bezahlten Job, dafür aber nur wenig Urlaubszeit, in der sie sich dann einfach intensiv verwöhnen lassen wollen. Und noch mal andere haben alle Zeit der Welt, dafür aber eine kleinere Reisekasse. Manch einer mag auch gar keine Luxushotels, sondern wohnt generell lieber in kleinen Privatunterkünften. Manch einer bucht gerne schnell und pauschal, manch einer investiert gerne viel Zeit in das Durchforsten von Hotelportalen und Direktanfragen an Hotels. Das lohnt sich oft sehr. Denn so kann man regelmäßig sogenannte “Luxushotels” zu extrem reduzierten Preisen buchen.

      Ich denke, dass es DIE reisende Familie so nicht gibt. Jede Familie ist eben anders und hat andere Vorstellungen von der perfekten Reise. Ich wünsche euch noch viel Spaß in Kambodscha. Ein tolles Land! Btw. weil Du nach Preisen und Tipps fragtest: Solltet ihr noch ein Hotel in Phnom Penh brauchen, kann ich euch das White Mansion (http://www.hotelphnompenh-whitemansion.com/) wärmsten empfehlen. Ein sehr schönes Haus mit hohem Standard, perfekt im Stadtzentrum gelegen und mit Pool für die Kids. Die Zimmer sind extrem groß, so dass man auch mit zwei größeren Kindern viel Platz darin hat. Wir haben Ostern über eines der Bookingportale 80 €/Nacht bezahlt.

      LG, Claudia

  6. Dina

    Eine spannende Reise und ein toller, offener Bericht darüber. Angkor steht auch schon länger auf meiner Wunschliste, aber bisher bin ich einfach nie dazu gekommen. Es graut mir aber auch leider etwas vor Trubel und Menschenmassen wenn ich in den Urlaub fahre. Auch wenn ich dadurch einige spannende Sachen verpasse. :/ Aber es stehen dann eher so Sachen wie wandern im Osttirol Hotel an.^^ Um so schöner finde ich es, in Blogs so schöne Berichte lesen zu können.

    LG, Dina

  7. Anu

    Hallo Claudia!!
    Ganz lieben Dank für deinen tollen Reisebericht!! Das hat viel Spaß gemacht den zu lesen- ich würde gern deine persönliche Mutter Meinung wissen ob du dir die Länder auch mit einem 16 Monate alten kind vorstellen kannst??
    Liebe Grüße

  8. Gabriela von Mami bloggt

    Oh, wie passend. Ich fliege nächste Woche mit meinem 1,5-jährigem Sohn nach Kambodscha und freue mich schon sehr. Deine Fotos sind wunderschön. Darf ich fragen, mit welchem plug in du die eingebunden hast?


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