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Alle in einem Boot

Zum ersten Mal in der Bretagne. Zum ersten Mal mit einem Hausboot unterwegs. Und dann gleich mit drei Generationen an Bord. Ganz schnell steht fest, schöner könnte eine Reise nicht sein.

Wir hatten keine Ahnung was uns erwartet, bevor wir das erste Mal in der Bretagne auf ein Hausboot stiegen. Und um das Experiment perfekt zu machen, reisten wir gleich zu fünft an. Zwei Kinder, zwei Eltern und die Großmutter. Mit drei Generationen auf 13,25 Metern. So wollten wir die Bretagne erkunden.

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Weite auf kleinstem Raum

Bereits nach einem Tag war klar: dieser Versuch bekommt das Prädikat „gelungen“. Selten hat man das Gefühl, auf so kleinem Raum so viel Platz zu haben. Denn die paar Quadratmeter an Bord gehen scheinbar nahtlos in die endlose Weite der bretonischen Landschaft über. Nicht einmal viele Worte fallen, während sich die Royal Mystique in gemächlichem Tempo ihren Weg durch die Kanäle und Flussarme, entlang weiter Wiesen und romantischer Dörfer bahnt.

Stattdessen sucht sich jeder seinen Platz auf dem Deck, sogar die Kids werden ganz ruhig. Die Stille, nur unterbrochen vom Plätschern des Wassers, die langsam vorbeiziehenden Landschaften, haben scheinbar auch auf sie ihre fast schon zenartige Wirkung.

Unter Decke ist mehr als genug Platz für alle. Mit zwei luxuriösen Schlafkabinen einschließlich Bad en-suite und dem großen Salon, der sich nachts in den Schlafplatz der Kids wandelt, hat jeder seinen eigenen Bereich. Doch dort geht man wirklich nur zum Schlafen hin, denn keiner möchte tagsüber auf den traumhaften Ausblick an Deck verzichten.

Im Rhythmus der Bretagne

Die Bretagne, beim Klang dieses Wortes denkt man an Möwen, die im Wind treiben, raue Atlantikwellen, die wild ans Ufer schlagen. Man schmeckt das Salz in der Luft, während Wolkenfetzen am Himmel entlang jagen. Hier und dort legen wir eine Pause ein, wandern durch blumengeschmückte Dörfer mit ihren rohen Felssteinfassaden, bestellen eine Portion Moules Frites oder besser gleich eine Handvoll Austern, dazu ein Glas Muscadet.

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Schnell finden unsere Tage einen festen Rhythmus, der einfach perfekt zu Landschaft und Lebensgefühl passt. Träge zieht die Vilaine am Deck vorbei, wenn ich morgens das Fahrrad von Bord hebe und mich auf die Suche nach dem nächsten Ort mache. Der Kirchturm ist dabei mein Wegweiser. Kein bretonisches Dorf, bei dem sich nicht direkt daneben die Boulangerie findet. Bepackt mit frischem Baguette und duftendem Pain au Chocolat, geht es zurück zur Anlegestelle.

Nach einem ausgiebigen Frühstück wird abgelegt. Die kommenden Stunden herrscht Schweigen an Bord. Viel zu sehr sind alle damit beschäftigt, die Eindrücke in sich aufzunehmen. Ich kann mich nicht sattsehen, an den berauschend grünen Landschaften, den wild darüber treibenden Wolken. Reiher stoßen vom Himmel herab oder balancieren elegant in Ufernähe auf einem Bein. Kleine Eisvögel jagen in wilden Bögen durch die Büsche und Bäume am Rand. Gemächlich wiederkäuende Rinder blicken mit sturem Ausdruck dem Schiff hinterher.

Satte Landschaften und romantische Dörfer

Und immer wieder locken die Dörfer mit ihren kleinen Häusern, die fast in einer Pracht aus Blumen und Blüten zu versinken scheinen, zum Verweilen ein.

Ein Schlafplatz mitten in der Natur

Wird es dunkel und schließen die Schleusen, wird es auch Zeit für die Wahl des Schlafplatzes. Ein kleiner Naturhafen, in dem nur das Plätschern des Wassers und die Schreie der Vögel die vollständige Ruhe unterbrechen, ein Steg vor einer wackligen Bretterbude, aus deren Restaurantküche schon die köstlichsten Düfte herüberziehen, oder einfach ein wilder Ankerplatz entlang der Kanalufer, an dem wir mit Käse, Baguette und Wein an Deck bis spät nachts unterm Sternenhimmel sitzen. Das sind die Urlaubsparadiese dieser Reise.

Als wir am Ende der Reise wieder Richtung Heimathafen steuern, schaut man rundherum in traurige Gesichter. Niemand möchte Abschied nehmen. Nicht von der berauschenden Landschaft und von dem wunderbar entschleunigten Lebensgefühl, nicht von dem Boot, das uns inzwischen ein zu Hause geworden ist, und nicht von dieser wunderbaren Zeit als Familie. Eins ist sicher, das war bestimmt nichts unsere letzte Hausbootreise.

Mehr Eindrücke von unserer Hausbootreise durch die Bretagne findet ihr im ersten Teil der Geschichte: https://fernweh-mit-kids.de/im-hausboot-durch-die-bretagne/

Offenlegung: Die Recherche wurde von LeBoat Deutschland unterstützt. Dies hat keinen Einfluss auf den Inhalt der Berichterstattung. Dieser Blog unterliegt den Regeln des Reiseblogger-Kodex. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit findet ihr hier.



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  1. Im Hausboot durch die Bretagne | Fernweh mit Kids

    […] Fulminanter kann ein erster Tag Hausbootferien wohl kaum enden. Zufrieden und müde sanken wir in unsere gemütlichen Betten – gespannt, was die nächsten Tage bringen würden. Wie unser Hausbooturlaub in der Bretagne weitergeht, lest ihr im zweiten Teil der Geschichte: https://fernweh-mit-kids.de/alle-in-einem-boot/ […]


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