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Dubai Creek

Zugegeben, der orientalische Zauber Dubais drängt sich dem Besucher nicht auf den ersten Blick auf. Trotzdem nutzen wir das Emirat am Persischen Golf gerne für einen Stopover auf dem Heimweg. Auf dem Hinflug versuchen wir meistens, so schnell wie möglich den Zielort zu erreichen. Schließlich liegt der spannende Teil der Reise noch vor uns.

Geht es dann zurück nach Deutschland, bauen wir, wie hier beschrieben, gerne einen Zwischenstopp ein, um den Langstreckenflug ein bisschen zu entzerren – so daß Stimmung und Eindrücke des Urlaubs nicht schon im Flugzeug auf der Strecke bleiben. Oman, Qatar und eben Dubai sind dabei die typischen Drehscheiben auf dem Weg nach Asien.

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Gerade aus den zumeist armen Ländern Südostasiens zurückgekehrt, ist Dubai mit seinem Prunk und Protz allerdings ein ziemlicher Kulturschock. Zu meinen Lieblingsorten gehört daher die Gegend rund um den Creek. Der Creek ist ein 14 Kilometer langer, natürlicher Meerarm des Persischen Golfs, der mitten durch die Stadt fließt. Moderne und Tradition treffen hier auf beeindruckende Weise zusammen. Während sich auf der einen Seite des Wassers die glitzernden Bürotürme in den Himmel strecken, liegt am anderen Ufer das historische Altstadtviertel Bastakiya mit seinen Souks und engen Gassen. “Abras”, offene, flache Holzboote, pendeln als Shuttle in einem stetigen Strom von einem Ufer zum anderen. Für wenige Cent kann man hier mitfahren.

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Die Souks selbst sind wieder sehr touristisch geprägt. Von der gefälschten Gucci-Tasche über den Pashmina-Schal bis hin zu Safran und anderen, exotischen Gewürzen wird hier alles angeboten was das Souvenierjäger-Herz so wünscht. Aber der Creek hat eben auch eine andere Seite: Folgt man eine zeitlang der Promenade, kommt man zu den Verladedocks der seefahrenden Händler. Hier liegen eng an eng alte, hölzerne Dhaus vertaut, die auf abenteuerliche Weise mit Säcken und Waren vollgestapelt werden. Ihre Reise geht von Dubai entlang der Ufern des Persischen Golfs und bis hinüber nach Pakistan und Indien, wo sie ihre Fracht aus Kühlschränken, Getriebeteilen und Lebensmittelsäcken wieder abladen. Beim Anblick der gebrechlichen Holzboote kann man kaum glauben, dass diese auch nur den nächsten Teich überqueeren können, geschweige denn hochseetauglich sind.

Das emsige Be- und Entladen, die Männer, die an Bord ihr alltägliches Leben führen – schlafen, essen, wohnen – hat mich (und auch unsere Kinder) immer sehr fasziniert. Ein Besuch des Creek-Ufers gehört daher für uns zu jedem Dubai-Aufenthalt dazu. Hier zu sitzen, das Leben und Treiben rund um die mittelalterlich anmutenden Frachtkähne anzusehen, mitten in dieser spiegelnden und glitzernden Wüstenmetropole, ist ausgesprochen faszinierend –  1. und 3. Welt treffen hier ungefiltert aufeinander.
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  1. Sandra

    Wir steigen morgen in den Flieger. Zwar ohne Kind…aber dafür mit Stopp in Dubai. Vielen Dank für den Tipp. Am Creek werden wir definitiv vorbei schauen!


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