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Flashpacking mit Kids

Ich war schon immer eher Flashpacker als Backpacker. Ich tausche Low-Buget gerne gegen High-Heels, noch lieber aber gegen Flip-Flops. Gleichzeitig besuche ich lieber Hindu-Tempel in Kerala, als Gourmet-Tempel in Paris. Und wenn wir in Europa unterwegs sind, reisen wir ganz klassisch mit Reisetasche oder Koffer. Auf Fernreisen, gerade in entlegenere Regionen, macht der Rucksack aber durchaus Sinn. Gerade, wenn man mit zwei kleinen Kindern unterwegs ist.

Schotterweg und Chickenbus, Taxiboot und totales Bahnhofschaos – wenn man mit Kids in touristisch weniger entwickelte Regionen reist, lohnt es sich oft zwei Hände frei zu haben. Wer schon mal auf einem Bahnsteige in Indien stand, weiß warum man seinen Nachwuchs dort lieber an der Hand behält. Im Gewusel geht alles unter 1,2o Meter gerne mal verloren und auf die Lautsprecheransage: “Der kleine XY möchte bitte von seinen Eltern beim Schaffner abgeholt werden”, würde man vergeblich warten. Gleichzeitig macht man mit Kindern keine langen Trekking-Touren. Gewichtsoptimierung ist also eher Nebensache. Obwohl ich ehrlich gesagt ohnehin noch nie in meinem Leben den Griff der Zahnbürste abgesägt habe, um Gewicht zu sparen.

Trotzdem muss der ganze Kram einer, in unserem Fall, vierköpfigen Familien auf zwei Gepäckstücke verteilt werden. Und auch wenn man in der Hauptstadt des Landes vor der Tour in einem schönen Hotel der gehobenen Kategorie eincheckt, möchte frau nicht völlig underdressed daher kommen. Normalerweise sind wir bei solchen Touren mit zwei Rucksäcken unterwegs. Auch ohne den Zahnbürstenstiel unnötig zu malträtieren, bekommt man das (bei geschickter Auswahl) ganz gut in den Taschen unter. In der Regel sind wir mit einem 75l- und einem kleineren 55l-Rucksack auf Reisen.

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Bei 75 Litern kommt schon einiges an Gewicht zusammen und meistens trägt mein Mann das schwere Stück. Bei meiner letzten Reise nach Panama, war ich aber zunächst alleine mit den Kids unterwegs, und musste das Gepäck für ein große und zwei kleine Personen selbt handhaben. Dafür hatte Tatonka die perfekte Lösung und hat mir freundlicher Weise den Escape Roller zur Verfügung gestellt. Die Tasche verwandelt sich, je nach Bedarf, von einem Rucksack in einen Trolley. Braucht man beide Hände, kann man das Ganze kurzerhand auf den Rücken schnallen. Ansonsten lässt sich das Gewicht, nach dem Trolley-Prinzip, ganz leicht am ausziehbaren Griff hinterher ziehen. Eine ziemlich geniale Lösung.

Wenn wir gemeinsam unterwegs sind, nutzen wir zwei Rucksäcke. Ich liebe unseren 75l-Tatonka-Bison – schließlich muss ich ihn ja nicht tragen ;) Und ich selbst komme mit dem kleinen Rucksack ganz entspannt klar. Damit man hier alles für 4 Personen unter bekommt, muss man ein bisschen geschickt packen. Aber in der Regel neigt man dazu, mehr mitzunehmen als nötig, gerade in warme Länder. Auch wenn Kinder einen höheren Wäscheverschleiß haben als Erwachsene, wird man mit dieser Packliste locker auskommen.

Kinder:

– 2 Shorts

– 4 Shirts (Theoretisch könnte man auch mit weniger auskommen. Dann muss man aber täglich waschen. Bei über 90 % Luftfeuchtigkeit heisst das oft, dass die Sachen nass in die Tasche müssen.)

– 1 Strickjacke für Abende oder kühleres Wetter

– 1 x Sneaker + 1 x Flipflops

– 2 Badehosen/-anzug

– Mädchen + 2 Kleider

– Unterwäsche für 4 Tage

Für Frauen ist das “kleine Schwarze” unglaublich nützlich. Das ist zumeist unempfindlich und kann, je nach Accessoires, genauso gut als Strandoutfit wie auch im eleganten Stadthotel durchgehen. Das Gleiche gilt für Kleider bei Mädchen. Und für den Junior ist immer eines der Shirts ein Polohemd. Damit sieht jeder kleine Junge plötzlich ganz seriös aus.

Das Ganze hört sich erstmal nach wenig an. In der Praxis kommt aber trotzdem einiges zusammen. Da wären noch die Reiseapotheke, Kosmetik, die unvermeidlichen Ladekabel und Adapter für sämtlich Devices und Kameras, und Spielzeug. Bei letzterem haben wir aber eine ganz einfache Regel. Beide Kids tragen ihren eigenen, kleinen Rucksack. Vor der Reise dürfen sie sich alleine aussuchen, was sie mitnehmen möchten. Das muss dann aber auch für den Rest der Reise selber getragen werden. Mehr als 1 Kilogramm sollte das erfahrungsgemäß nicht wiegen. Es wird unterwegs ohnehin noch durch Strandgut und andere Sammlungen ergänzt. Und wird es zu schwer, hat man – statt je einer freien Hand für die Kinder – am Ende je einen Kinderrucksack in der Hand.

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Ich danke der Firma Tatonka für die Ausstattung mit dem superpraktischen Escape-Roller. Unser Tatonka-Bison-Rucksack ist von Lauche & Maas. Hier findet ihr eine riesige Auswahl und eine sehr kompetente Beratung – entweder online und telefonisch – oder im Münchner Ladengeschäft.

 



There are 3 comments

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  1. Tina

    Hallo Claudia,
    vielen Dank für die super Liste. Wir sind im Herbst auf dem Weg nach Südamerika und ich überlege schon die ganze Zeit was und wie wir genau packen werden. Werde mir die beiden Tatonka Modelle auf jeden Fall mal genauer ansehen!
    Tina

  2. Marsela

    Hallo Claudia,

    danke für den Artikel, vor allem weil ch den Tatonka Roller gar nicht auf dem Schirm hatte. Wir düsen im September los und haben noch keine Rucksack-Roller Lösung für uns gefunden. Es soll für 2 Erwachsene und 1 Kind (15 Monate) sein. Wie viel Volumen hat denn der Escape Roller? Ich hoffe sehr noch auf ein gutes Ende für unsere Suche ;)

    Liebe Grüße
    Marsela

  3. Heike @Björklunda

    Hej Claudia,
    Hut ab für deine minimalistische Packliste. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich die bei meinen Kids so durch bekommen würde :/. Habt ihr für die Kids spezielle Rucksäcke? Denn hier finde ich das Angebot an ordentlichen Tragehilfen nicht so optimal.
    Viele Grüße
    Heike


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