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Hotelauswahl

Wer mit Kindern eine Fernreise plant, sollte besonderes Augenmerk auf die Hotelauswahl legen. Auch wenn man früher gerne in spontan ausgewählten Traveller-Hostels übernachtet hat und diese das Reisebudget schonen, wird man schnell feststellen, dass es mitten in der Nacht nur begrenzt Spaß macht mit dem 3jährigen die siffige Toilette auf dem Gang aufzusuchen.

Zusätzlich sollte man beachten, dass die Eindrücke einer solchen Reise auf kleine Kinder noch einmal ganz anders wirken. Lärm, Hitze, Gerüche, Menschenmengen – für so ein kleines Hirn kann das schnell anstrengend werden. Wir haben daher sehr gute Erfahrungen damit gemacht, die Unterkünfte auf Rundreisen als “kleine Inseln” im Chaos auszusuchen.

In ländlicheren Regionen finden sich nach ein bisschen Suche fast überall gepflegte und gemütliche Bed&Breakfast in denen man nach einen langen Tag ausspannen kann. Oft haben wir die grobe Reiseroute festgelegt und dann zunächst nach Unterkünften gesucht und den Reiseverlauf danach noch einmal angepasst. In Großstädten empfiehlt es sich, etwas abseits des Stadtzentrums zu suchen. Hier gibt es praktisch überall kleinere Hotels die einen ruhigen Innenhof und manchmal sogar einen kleinen Pool anbieten. Wer die Fahrt aus dem Stadtzentrum heraus scheut und über eine entsprechende Reisekasse verfügt, kann natürlich auch auf die großen Hotels der internationalen Ketten zurückgreifen die weltweit einen gleichbleibenden Standard aufweisen. Zwar muss man hier auf landestypischen Charme verzichten – aber nach einem Tag in einer lauten, chaotischen und heißen Großstadt hilft die ruhige Atmosphäre den Kindern, das Erlebte zu verarbeiten. Sicher, der eine oder andere wird jetzt argumentieren, dass solche Hotels nicht die Atmosphäre des Landes wiederspiegeln und die Kinder ein verschobenes Bild der Realität vor Ort vermitteln. Meine Antwort darauf ist, dass ich meinen Kindern zwar die Lebenrealität anderer Länder zeigen möchte – aber nicht unbedingt mit der Brechstangenmethode. Die Bilder, die meine Kinder in Städten wie Mumbai aufnehmen, Menschen, die am Strassenrand im Staub nur auf einigen Pappkartons leben, bettelnde, hungrige Kinder und Versehrte, ärmliche Hütten an den Rändern der Slums, vermitteln ihnen ein sehr reales Bild der Lebenswirklichkeit vor Ort. Es ist ihr gutes Recht, sich am Abend auf eine sichere Insel zurück ziehen zu können und diese Bilder zu verarbeiten.



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