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Home is where the waves are

Ein Hauch Hamptons und ganz viel Lifestyle in den Dünen der Halbinsel Eiderstedt. Das Beach Motel in St. Peter Ording will seinen Gästen vor allem eins bieten, ein lässiges Zuhause auf Zeit.

Mit dem Strandgut-Resort fing es an, Lifestyle zog in St. Peter Ording ein. Wo man früher eher an verklinkerte Friesenhäuschen und Bettenburgen aus den Siebzigern dachte, wehte plötzlich der stylishe Wind der Moderne. Inzwischen hat die Hoteliersfamilie ihr Konzept auch auf den Nordstrand ausgeweitet. Mit dem Beach Motel eröffnete hier 2013 ein völlig neues Hotelkonzept, das Familien, Surfern, Kitern, Hundebesitzern und der urbanen Crowd auf der Suche nach ein bisschen Entschleunigung gleichermaßen ein stylishes Zuhause auf Zeit sein soll. Und das alles zu moderaten Preisen.

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Weniger Highway-Motel als vielmehr Hampton-Chic erheben sich vor einem, wenn man im Ortsteil Ording über den Deich steigt. Umlaufende Veranden und hellgrau gestrichene Holzfassaden lassen beim Anblick der drei Gebäude an Strandhäuser an der amerikanischen Ostküste denken. Lässigkeit ist oberstes Gebot, Etikette darf draußen bleiben. Das spürt man auch sofort, wenn man die Rezeption betritt, die eher einer coolen Lounge entspricht. Freunde und Familien fläzen in den Sitzsäcken auf der Veranda und in den abgerockten Vintage-Sesseln rund ums digitale Kaminfeuer. Darüber bleckt ein Plastikhai wie eine Trophäe von der Wand die Zähne. Surfboards schmücken den Tresen und die Hang Ten Bar lädt mit Snacks und Getränken zum Chillen ein.

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Surferflair begleitet einen auch durchs gesamte weitere Haus. Ob in den Konferenzräumen, die mit so illustren Namen wie Jeffreys Bay und Snapper Rock ausgestattet sind, im Restaurant dii:ke, in dem man auch indoor mit den Füßen im Sand wühlen kann oder in den 104 Zimmern und 16 Lofts, von deren Wänden einen Mädels und Jungs anschauen, die ihren Waschbrettbauch geschmeidig auf Longboards die Fototapete herabsurfen. Selbst in seine nächtlichen Träume begleitet den Gast noch das leise Flüstern der Kopfkissenstickerei: „Home is where the waves are.“

Beachmotel, St.-Peter-Ording

Dass Familien sich hier wie zu Hause fühlen, kann man spätestens am Abend in der Kaminlounge sehen. Kinder sind in Massen vorhanden. Praktischerweise gleich mit Socken oder Hauspuschen ausgestattet, lümmeln sie gemeinsam mit den Eltern entspannt auf den Sofas und lassen die Uno-Karten fliegen. Zumindest wenn sie nicht gerade Vater oder Mutter um ein paar Münzen anbetteln, um dem verlockenden Automaten neben der Rezeption dabei zuzusehen, wie sein Roboterarm Getränke oder Snacks hervorzaubert oder die Popcorn-Maschine im Kinoraum zu befüllen. Dessen muss man sich im Beach Motel bewusst sein. Zu den recht moderaten Preisen kommen im Zweifel noch einige Kosten hinzu. Ist das Basispaket für das Zimmer tatsächlich sehr fair, enthält es aber auch nur die Basics, nämlich die reine Unterkunft. Frühstück, Getränke, Snacks usw. gehen wie in jedem Hotel on top. Aber auch Annehmlichkeiten wie Bademantel, Flip-Flops oder Saunatücher müssen zusätzlich bezahlt werden.

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Für die Surferklientel, die diese Preise gegebenenfalls scheut, steht eine Alternative auf dem Parkplatz bereit. Dort kann man in der „Gardensuite“ den eigenen Bulli abstellen und an Wasser und Strom anschließen. Duschräume, WCs und Neopren-Trockenraum stehen dann im Haupthaus zur Verfügung. Doch nicht nur Surfer gehören zu St. Peter Ording, sondern auch Hunde. An kaum einem anderen deutschen Urlaubsort ist die gefühlte Dichte der vierbeinigen Begleiter so hoch, wie am Nordstrand. Auch sie sind im Beach Motel herzlich willkommen und werden bei Bedarf mit eigenem Hundekissen ausgestattet.

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Wer nicht mit dem Hund raus muss, bleibt auch gerne einfach drinnen. So gemütlich finden es die meisten Gäste im Beach Motel, dass es sie auch am Abend nicht aus dem Haus zieht und sie lieber im Restaurant dii:ke direkt neben der Rezeption essen wollen. Und hier liegt auch der einzige Knackpunkt des Hauses. Bei voller Zimmerbelegung und winterlichen Temperaturen reicht die Kapazität des Restaurants bei Weitem nicht aus. Wer nicht zwei Tage vorher reserviert, hat kaum eine Chance auf einen der begehrten und ohnehin schon in zwei Schichten belegten Tische. Betrieben wird das dii:ke nicht vom Beach Motel selbst, sondern von einem externen Unternehmen. Trotzdem gibt es die Möglichkeit, sich die leckeren Steinofenpizzen und Salate aufs Zimmer schreiben zu lassen und mit in die Lobby-Lounge zu nehmen. Das bietet sich auch durchaus an, denn dort kann man sich seine Getränke dann selbst an der Bar holen und muss nicht wie im Restaurant darauf warten, dass der leicht überfordert wirkende Service die ersten Drinks schlussendlich bringt, wenn man längst aufgegessen hat.

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Wesentlich entspannter geht es dafür am nächsten Morgen beim reichlichen und leckeren Frühstücksbuffet zu. Wer den Sonntagmorgen wie zu Hause auf dem Sofa verbringen will, kann das hier tun. Tische und Loungeecken stehen gleichermaßen zur Auswahl. So entspannt lässt es sich hier relaxen, dass viele bis in den frühen Nachmittag hinein bleiben und einfach mal das süße Nichtstun genießen. Und während man so auf der Couch liegt, den Jungs in ihren Neoprenanzügen zuschaut, wie sie draußen ihre Boards Richtung Strand schleppen und der kalte Herbststurm pfeifend ums Haus zieht, denkt man kurz über einen Strandspaziergang nach – und holt sich dann einfach noch einen Kaffee.

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Ich danke dem Beach Motel für die Einladung zu diesem lässigen Aufenthalt. 



There are 4 comments

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  1. Elke

    Dann hat es euch also gefallen? Ich fand’s schade, dass ich genau zu der Zeit in Ecuador war, hätte dich gerne mitsamt Anhang kennengelernt. Und euer Hund war auch mit? LG, Elke

    • Claudia Böttcher

      Ja, SPO ist superschön. Und Emma war auch mit dabei. Ist ja fast ein Muss, im Hundeparadies an der Nordsee. Ich fand es auch sehr schade, dass wir uns verpasst haben! Aber uns zieht es sicher irgendwann wieder in den Norden.

  2. Wolfgang

    Das klingt so gut, dass ich mich auch als Nichtsurfer gerne mal lässig auf eine der Couchen flegeln würde.

    Das Angebot im Restaurant dii:ke spricht mich eh nicht so an; da lässt sich in SPO sicher was Raffinierteres finden.

    Beste Grüße, Wolfgang

    • Claudia Böttcher

      Hallo Wolfgang, na dann nichts wie los. Surfen ist keine Voraussetzung. Lecker war es übrigens schon sehr, wenn man erstmal einen Platz ergattert hatte. Aber Du hast Recht. SPO bietet zusätzlich eine riesige Auswahl an hervorragenden Restaurants aller Art. LG, Claudia


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